European Journal of Language and Literature StudiesVol. 5 No. 1 (2019)

European Journal of Language and Literature Studies

Volume 5, Issue 1, 2019 · ISSN 2411-9598 (Print) · ISSN 2411-4103 (Online)

Die Wichtigkeit Der Redewendungen Im Deutschunterricht: Redewendungen Und Idiomatische Redewendungen

Valentina Ilieva

“St. Kliment Ohridski” University-Bitola, North Macedonia

valentina.ilieva@yahoo.de

Submitted: 2019-02-28 · Accepted: 2019-05-28 · Published: 2019-06-28

DOI: 10.26417/ejls.v10i1.p17-23

Abstract

Im Fremdsprachenunterricht sollen Lernende zur erfolgreichen interkulturellen Kommunikation (Art. 16 und 23) befähigt werden. Auch wenn der Unterricht in seiner Gesamtheit auf dieses Lernziel hin ausgerichtet ist, gibt es Übungen und Aufgaben, die für die Förderung des interkulturellen Lernens besonders geeignet sind. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der interkulturellen Kommunikation und soziolinguistischen Kompetenz der Deutschlernenden und untersucht die Redewendungen in den Lehrwerken für DaF in Makedonien und stellt die Ergebnisse einer Umfrage Deutschlernender zu ausgewählten Redewendungen vor. Die Analyse von vier für das Niveau B1 zugelassenen Lehrwerken zeigt, dass nur in einem Lehrwerk explizite Übungen zu Redensarten vorkommen. Zudem verdeutlicht die Befragung von 45 Lernenden erhebliche Verständnisschwierigkeiten und Fehlinterpretationen, insbesondere wenn idiomatische Wendungen wörtlich übersetzt werden oder keine direkten muttersprachlichen Äquivalente vorliegen. Abschließend werden methodische Vorschläge für den DaF-Unterricht formuliert, die den Einsatz bildgestützter Partnerübungen empfehlen, um Redewendungen bereits ab dem Niveau B1 zu integrieren und die soziolinguistische Kompetenz nachhaltig zu stärken.

Keywords: Redewendungen, idiomatische Redewendungen, Deutschunterricht

Introduction

Die Redewendung ist eine feste Verbindung von Wörtern, die zusammen eine bestimmte, meist bildliche, metaphorische Bedeutung haben.1 Die Redewendungen sind mehrere Wörter, die meist eine idiomatische Bedeutung haben. Synonym – Redensart.2 Redensarten sind oft regionalen Ursprungs, ......, nahe verwandt mit den Sprichwörtern, wirken sie nicht so belehrend. Jedenfalls sind sie reich an Bildern: So hat eine vollständige Sache „Hand und Fuß“, ein ordinärer Mensch „flucht wie ein Kapskutscher“ und wenn’s zuviel wird, dann geht das „auf keine Kuhhaut“ mehr.3

Wer weiß nicht, dass es viel Mühe macht eine Sprache zu erlernen. Nicht wenige Lerner verlieren die Geduld oder lassen den Kopf hängen, denn sie meinen, sie kommen nicht vom Fleck. Und manch einer möchte vielleicht gar die Flinte ins Korn werfen.4

Eine Wendung ist eine Wortgruppe und diese Wortgruppe besteht aus einem Verb und einen Objekt, einem Adjektiv und einem Substantiv, einer Präposition und einem Substantiv und ähnlichen Kombinationen. Eine Verbindung zwischen einem Substantiv, einem Verb, einem Adjektiv, einem Adverb, einer Präposition mit einem Pronomen, einem Artikel, einem Partikel ist keine Wendung.5

Was bedeutet, dass eine Wendung nicht nur aus einem Wort bestehen kann, sondern eine Verbindung aus wenigstens zwei Wörtern z. B. Präposition + Substativ oder Präposition + Pronomen darstellt.

Idiomatische Redewendungen sind solche Wendungen, deren Sinn ein anderer ist als die Summe der Einzelbedeutungen der Wörter.6 Wolf Friederich nennt einige Beispiele dafür in seiner Modernen deutschen Idiomatik:

1 Duden, Deutsches Universal Wörterbuch A-Z, 1996, S. 1227 2 Langescheidts Großwörterbuch, Deutsch als Fremdsprache, 2002, S. 797 3 Berger, F. S./Tschachler-Roth, E.,“Das Blaue vom Himmel“, Herbig, 2003, S.11 4 Herzog, A., u.a., Idiomatische Redewendungen von A-Z, 2005, Langenscheidt 5 Friedrich, W., Moderne deutsche Idiomatik, 1976 Hueber 6 Friedrich, W., Moderne deutsche Idiomatik, 1976 Hueber

und weil sie mit Kakao, Kopf, Katze, Sack, Nuss nichts zu tun haben auch idiomatisch sind.

Interkulturelle Kommunikation Und Soziolinguistische Kompetenz

Im Fremdsprachenunterricht sollen Lernende zur erfolgreichen interkulturellen Kommunikation (Art. 16 und 23) befähigt werden. Auch wenn der Unterricht in seiner Gesamtheit auf dieses Lernziel hin ausgerichtet ist, gibt es Übungen und Aufgaben, die für die Förderung des interkulturellen Lernens besonders geeignet sind.1 Die Aufgaben und Übungsformen bestehen aus vier Formen2:

• Aufgaben und Übungen zur Wahrnehmungsschulung, • Aufgaben und Übungen zur Sprachreflexion, • Aufgaben und Übungen zum Kulturvergleich, • Aufgaben und Übungen zur Entwicklung einer kommunikativen Kompetenz in interkulturellen Kontaktsituationen.

Die Aufgaben und Übungen zur Wahrnehmungsschulung dienen der Förderung der affektiven Lernziele, welche die Fähigkeit zu mehrperspektivischen Wahrnehmung fremdkultureller Gegebenheiten, die Empathie und die kritische Toleranz darstellen. Diese sind in Form von freie Assoziationen3, Hypothesenbildung4, Bildbeschreibung5, Wahrnehmungsreduktion6 und Diskussionen7. Die Aufgaben und Übungen zur Sprachreflexion die kognitive und handlungsorientierte Lernziele unterstützen8 und die Wissensbestände der Lernenden im Hinblick auf die fremd- und muttersprachliche Lexik erweitert werden (Begriffsrecherchen9, Bedeutungscollagen10, Assoziogramme11, Begriffe auf Skalen und Koordinatensysteme eintragen12). Aufgaben und Übungen zum Kulturvergleich sind Aufgaben und Übungen mit literarischen Texte, die den Zugang zu einer fremden Welt bieten, Analyse von kuturspezifischen Werten in Werbungen, Kontaktanzeigen oder Sprichwörter, Kulturvergleich von Zeit- und Raumkonzepten, Kontrastierung von Verhaltensweisen13, Sammeln und diskutieren von Redewendungen, die häufig zu interkulturellen Missverständnissen führen, z.B. „How are you?“ , „Let`s have lunch some time!“14. Aufgaben und Übungsformen zur Entwicklung einer kommunikativen Kompetenz in interkulturellen Kontaktsituationen, die vor allem handlungsorientierten Lernzielen dienen und die in Form von dramapädagogische Übungen und Rollenspiele, Planspiele und Simulationen, Feldforschung/ethnographische Projekte anbieten.

Die ausgehende Basis für diesen wissenschaftlichen Beitrag wird in der sprachlichen Kompetenz des Deutschlernenden gesehen. Wenn man die Frage stellt: Warum lernt ein Deutschlernender Deutsch?, bekommt man die Antwort: Um sich in den deutschsprachigen Ländern oder im eigenen Land mit den Deutschsprachigen verständigen zu können. Um dieses Ziel zu erreichen wird beim Deutschlernen: Wortschatz, Grammatik, Phonetik, Syntax und Lexikologie der deutschen Sprache vermittelt. Dabei werden bei den Deutschlernenden bestimmte Kompetenzen entwickelt, die für die Verständigung eine wesentlichen und unabdingbare Rolle spielen. Diese werden in den sechs Niveaustufen der Sprachbeherrschung im Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen des Europarates in Form von Kannbeschreibungen dargestellt. Profile deutsch ist eine Publikation, die die Lernzielbestimmungen, Kannbeschreibungen, die Kommunikativen

1 Grau, M./Würffel, N. „Übungen zur interkulutellen Kommunkation“ , 2003, S. 312-314 2 Bachmann et al.1996; Häussermann/Piepho 1996 3 Häussermann/Piepho 1996 4 Bachmann et al.1996 5 Bachmann et al.1996 6 Häussermann/Piepho 1996 7 Häussermann/Piepho 1996 8 Grau, M./Würffel, N. „Übungen zur interkulutellen Kommunkation“ , 2003, S. 312-314 9 Müller 1994 10 Bachmann et al.1996 11 Bachmann et al.1996 12 Bachmann et al.1996 13 Seelye, H. N., Teaching Culture:Strategies for Intercultural Communication, Lincolnwood, 1992 14 Tomalin, B./Stempleski, S. Cultural Awareness, Oxford, 1993

Mittel und die Niveau A1, A2, B1, B2, C1, C2 festlegt. Die elementare Sprachverwendung umfasst die Niveaus A 1 und A 2, die selbstständige Sprachverwendung bezieht sich auf B1 und B 2 und die kompetente Sprachverwendung auf C 1und C 2. Die Nievaus von „Profile deutsch“ werden über ein zweiteiliges System von Kannbeschreibungen beschrieben: globale und detaillierte Kannbeschreibungen. Kannbeschreibungen gibt es für die sprachlichen Aktivitäten Interaktion, Rezeption, Produktion und Sprachmittlung, sortiert nach der gewählten Form mündlich oder schriftlich.1 Die globalen Kannbeschreibungen geben Auskunft darüber, wie gut jemand in der Sprache etwas tun kann. Sie können Abfragen nach verschiedenen Kriterien machen: nach Niveaus, Aktivitäten oder speziellen Kriterien wie Flüssigkeit, Korrektheit usw. Die detaillierten Kannbeschreibungen geben Auskunft darüber was jemand sprachlich kann, also in welchen konkreten Situationen er welche Aufgaben sprachlich bewältigen kann.2

Niveau B 13

Kannbeschreibung: global Aktivität: Interaktion Typ: mündlichKannbeschreibung: detailliert Aktivität: Interaktion Typ: mündlich
Kann sich in Gesprächen mit Beherrschung eines Grundwortschatzes zu allgemeinen Themen äußern, wobei er/sie bei komplexeren Sachverhalten oder in weniger vertraute Gesprächssituationen noch elementare Fehler macht.Kann in Gesprächen Fragen zu vertrauten Themen beantworten.

In jeder Kommunikation gibt es Aspekte, die stark kulturell geprägt sind. Bei ungenügendem Wissen über diese kulturellen Besonderheiten besteht für Sprachlernende und Sprachbenutzer/innen die Gefahr, dass sie in ein Fettnäpfchen treten. Das heißt, es werden zwar sprachlich-grammatikalisch korrekte Äußerungen gemacht, die aber kulturell nicht adäquat sind, weil ein Verstoß gegen eine bestimmte Norm oder „Gewohnheit“ vorliegt, die in dieser Kultur zu beachten ist.4 Kulturspezifische Aspekte werden im „Referenzrahmen“ an verschiedenen Stellen aufgegriffen. Das deklarative Wissen bezieht sich auf das Weltwissen und das soziokulturelle Wissen. Die Fertigkeiten und das prozedurale Wissen bezieht sich auf die pragmatische Kompetenzen und auf die soziolinguistische Kompetenzen. Relevant und grundlegend für diesen Beitrag sind die soziolinguistische Kompetenzen die mehrere sprachliche Kennzeichnungen sozialer Beziehungen umfassen: Auswahl und Verwendung von Begrüßungsformeln, Verwendung von Anredeformeln, Höflichkeitskonventionen. Die Redewendungen, Aussprüche, Zitate beziehen sich z.B. auf: Sprichwörter und feste Redewendungen. Die Registerunterschiede sind formelhaft bis sehr vertraut und die Varietäten sind sozial und regional, denn berücksichtigend ist die deutsche Sprache als plurizentrische Sprache.5 Obwohl bei den soziolinguistischen Angemessenheiten bei dem Niveau C 2 explizit über die Verfügung guter Kenntnisse idiomatischer und umgangsprachlicher Wendungen gesprochen wird, ist es wichtig schon auf dem Niveau B1 mit der Einführung der Redewendungen zu beginnen. Lehrwerke für DaF im DU in Makedonien Niveau B 1

Eine Untersuchung der Redewendungen in den Lehrwerken für Deutsch als Fremdsprache in Makedonien ist der Gegenstand dieses wissenschaftlichen Beitrages. Es gibt vier Lehrwerke, die laut Bescheid des Ministeriums für Bildung der Republik Makedonien zugelassen und für das Niveau B 1 vorgesehen sind. Diese sind

Ausblick 1- Hueber Verlag mit Bescheid Nr. 22-3635/1 vom 01.06.2010 für die IV. Klasse Gymnasium (12.Klasse), Deutsch als 2.Fremdsprache

Delfin - Hueber Verlag mit Bescheid Nr. 11-6261/1 vom 03.11.2004 für die IV.Klasse Gymnasium, Deutsch als 3.Fremdsprache

Ping Pong 3 - Hueber Verlag mit Bescheid Nr. 22-3652/1 vom 01.06.2010 für die II. und III. Klasse Gymnasium, Deutsch als 2.Fremdsprache

1 Glaboniat, M./ Müller, M./ Rusch, P./ Schmitz, H./ Wertenschlag, L., Profile deutsch, 2005, S.54 2 Glaboniat, M./ Müller, M./ Rusch, P./ Schmitz, H./ Wertenschlag, L., Profile deutsch, 2005, S.10 3 Profile deutsch, 2005, S.55 4 Profile deutsch, 2005, S.83 5 ebenda

Genial B 1 – Klett Verlag für die I. und II. Klasse Fachmittelschule, Deutsch als 2. Fremdsprache.

Das Lehrwerk Ausblick richtet sich an Jugendliche und und junge Erwachsene, ist für die Mittelstufe gedacht und für das Lernen mit dem Lehrwerk Ausblick 1 sollen die Deutschlernende Kenntnisse auf Niveaustufe B 1 oder gute Kenntnisse auf der Niveaustufe A 2 haben. Ausblick beinhaltet Themen die speziell Jugendliche ansprechen, denn Jugendliche aus den deutschsprachigen Ländern sprechen über sich. Das Programm Ausblick beinhaltet Kursbuch+2 CDs, Arbeitsbuch mit CD und Lehrerhandbuch und Online Übungen im Internet auf der Webseite des Hueber Verlags. 1

Das Lehrwerk Delfin ist einbändig, zweibändig und dreibändig zu bekommen. Für unsere Analyse ist die dreibändige Ausgabe relevant und zwar das 3. Kurs- und Arbeitsbuch mit CD, denn Teil 3 führt zum Niveau B1 nach dem Referenzrahmen des Europarates (Prüfung Zertifikat Deutsch). .

Es gibt einen klaren Aufbau mit fünf Doppelseiten in jeder Lektion: Eintauchen – Lesen – Hören – Sprechen – Schreiben. Die Transparenz des Lehrwerks ermöglicht eine klare Stoffverteilung. Das Arbeitsbuch kann zum intensiven Üben im Kurs und/oder zum selbständigen Arbeiten zu Hause flexibel eingesetzt werden. Online Übungen gibt es auf der Webseite des Hueber Verlages.2

Das Lehrwerk Ping Pong 3 bereitet gezielt mit Systematik, Spaß und Spiel auf das Zertifikat Deutsch als Fremdsprache vor. Das Arbeitsbuch bietet vertiefende Übungen zu den Lektionen, die alle Fertigkeiten trainieren und separate Übungen zum Leseverstehen. Sie sind thematisch den Lektionen des Kursbuches zugeordnet. Entsprechend den Anforderungen des Zertifikats Deutsch werden Übungen zum globalen Lesen, zum detaillierten Lesen und zum selektiven Lesen angeboten.3

Der 3. Band vom Lehrwerk Genial bereitet auf das "Zertifikat Deutsch" vor und erreicht das Niveau B1. genia@l baut auf dem bewährten Konzept von sowieso auf, bietet aber Schülern und Lehrern eine Reihe von wichtigen Neuerungen: 15 kurze und abwechslungsreiche Einheiten, Plateaukapitel zum Festigen und Wiederholen mit optionalen Video-Aufgaben, Lerntipps und –strategien im Kapitelverlauf, Überblicksgrammatik im Anhang, Onlineprojekte und weitere Aufgaben im Internet, Ausspracheübungen sind durchgehend in den Einheiten integriert, jugendliche und zeitgemäße Themen, klar strukturierter Lernweg. Im Mittelpunkt stehen die Haupterfahrungsbereiche der Jugendlichen selbst: Schule, Freizeit, Hobbys, Familie und Freunde. Diese Themen werden mit landeskundlichen Informationen über die deutschsprachigen Länder verbunden. Die Themen richten sich nach den Vorgaben des "Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen".

Unterrichtsprogramm Für Das Niveau B 1

Das Entwicklungsbüro für Bildung der Republik Makedonien als zuständige Abteilung des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft der Republik Makedonien bereitet die Unterrichtsprogramme für die jeweiligen Unterrichtsfächer für alle Schulstufen vor. Für unsere Untersuchung wurde das Programm für die reformierte Gymnasiumsbildung für den Unterricht in der III. und IV. Klasse des Unterrichtsfaches Deutsch als 2. und 3. Fremdsprache herangezogen. Diese wurde im Mai 20024 und 20035 geschrieben, verabschiedet und auf die Webseite des Bildungsministeriums hochgeladen und ist jederzeit abrufbar. In diesem Programm werden wichtige Informationen für die Deutschlehrer aufgeführt z.B. Deutsch als 2. Fremdsprache, für die IV. Klasse Gymnasium, 2 Wochenstunden, 72 Jahresstunden, Pflichtfach usw. Im Unterrichtsprogramm werden alle Fertigkeiten klar strukturiert und mit den Zielen und Inhalten versehen. Die Lernziele sind in allgemeine Ziele und besondere Ziele eingeteilt, erwähnenswert sind die besonderen Ziele, die unter anderem vorsehen, dass die Schülerin / der Schüler bestimmte soziolinguistische Kenntnisse erzielen soll, die ihr/ihm ermöglichen sich in unterschiedlichen Kommunikationssituationen zurechtzufinden.6

1 https://shop.hueber.de/de/reihen-und-lehrwerke/ausblick-134.html abgerufen am 4.05.14 2 http://www.hueber.de/seite/info_del 3 http://www.hueber.de/seite/info_kb3_ping?menu=10455 4 http://bro.gov.mk/docs/gimnazisko/zadolzitelnipredmeti/GermanskijazikIVg.vtorstranskijazik.pdf 5 http://bro.gov.mk/docs/gimnazisko/zadolzitelnipredmeti/GermanskijazikIVg.vtorstranskijazik.pdf 6 ebenda

Analyse Der Idiomatischen Redewendungen in Den Lehrwerken

Die Analyse der o.g. vier Lehrwerke ergab folgende Ergebnisse:

Im Lehrwerk Ausblick gibt es keine explizite Übung zu Redewendungen und Redensarten.

Im Lehrwerk Delfin von den Autoren Hartmunt Aufderstraße, Jutta Müller und Thomas Storz gibt es im Kursbuch in der 17. Lektion im Teil Schreiben auf Seite 176 und 177 Redensarten und ihre Bedeutung. Sie werden im Lehrerhandbuch mit folgendem Vorschlag zur Bearbeitung geboten: „Lesen Sie gemeinsam mit den Tn die Geschichtchen mit Redensarten und versuchen Sie gemeinsam die Bedeutungen herauszufunden. Der Schüttelkasten hilft den Tn dabei. Anschließend formulieren die Tn die kursiv gesetzten Sätze um. Vergleich der Lösungen im Kurs.“ – Lehrerhandbuch Delfin S. 287.

So sollen die Deutschlernenden die Redewendungen mit deren Bedeutung verbinden und die begonnenen Sätze umformulieren.

Redensart (Redewendung)Bedeutung
das ganze Haus auf den Kopf stellenüberall im Haus verzweifelt suchen
aus der Reihe tanzenalles anders gemacht als die Anderen
nur Bahnhof verstehenüberhaupt nichts verstehen
aus allen Wolken fallentotal überrascht sein
Tomaten auf den Augen habeneinfach nicht sehen können
sich die Beine in den Bauch stehensehr lange warten
auf die Pauke hauenlaut und fröhlich feiern
zwei Fliegen mit einer Klappezwei Dinge auf einmal erledigen

Als große Hilfe für die Deutschlernenden werden auch Bilder zu jeder Redewendung dargeboten, damit keine Verständigungsprobleme auftreten. Als zweite Übung zu den Redensarten bieten die Autoren des Lehrwerks Delfin im Arbeitsbuch auf S. 415 die Übung 35, wobei wieder eine Zuordnungsaufgabe den Deutschlernenden aufgegeben wird: 8 unterschiedliche Situationen sollen mit 8 Redensarten in Satzform zugeordnet werden.

Im Lehrwerk Ping pong 3 gibt es keine explizite Übung zu Redewendungen und Redensarten.

Im Lehrwerk Genial B 1 gibt es keine explizite Übung zu Redewendungen und Redensarten.

Umfrageergebnisse Der Beherrschung Der Idiomatischen Redewendungen

Es wurden insgesamt 45 Deutschlernende gefragt. Von denen lernen 2 DL ein Jahr Deutsch, 6 DL zwei Jahre Deutsch, 3 DL drei Jahre Deutsch, 3 DL vier Jahre Deutsch, 4 DL fünf Jahre Deutsch, 3 DL sechs Jahre Deutsch, 5 DL sieben Jahre Deutsch, 3 DL acht Jahre Deutsch, 2 DL neun Jahre Deutsch 5 DL zehn Jahre Deutsch, 7 DL elf Jahre Deutsch und 1 DL zwölf Jahre Deutsch. Alle Befragten wussten, dass die Behauptung „Nicht immer bedeuten die Worte genau was sie sagen“ sich auf die Redewendungen bezieht und nicht auf Aussagesätze, Verben oder Fragesätze. Die Deutschlernende (DL) wurden gefragt welche von den aufgeführten Redewendungen sie kennen und wie deren Erklärung in der Muttersprache lautet: das Geld zum Fenster rauswerfen, den Mund voll nehmen, für jemand/etwas die Hand ins Feuer legen, jemand auf der Nase herumtanzen, jemand an der Nase herumführen, einen Vogel haben, für jemand/etwas die Hand ins Feuer legen, den Löffel abgeben, jemand die Suppe versalzen, jemand auf den Arm nehmen, mit der Tür ins Haus fallen, jemand einen Bären aufbinden, den Teufel an die Wand malen, alte Zöpfe abschneiden, die Beine in die Hand nehmen, die Hosen voll haben.

Die Redewendung das Geld zum Fenster rauswerfen wurde von 30 DL verstanden und mit dem makedonischen Äquivalent „se rasfrla so pari“ oder ähnliches umschreibendes erklärt. Nur einige DL haben die Erklärung dieser Redewendung nicht gegeben. Die Redewendung den Mund voll nehmen ist für die meisten DL nicht klar, daher nur von 18 beantwortet, einige übersetzen sie, obwohl sie schon geantwortet, dass die Worte bei den Redewendungen nicht dieselbe Bedeutung haben. Kein einziger DL hat den makedonischen Äquivalent genannt, der „sam se fali-fali me usto zasto ke te raskinam“ lauten würde. 2 DL haben diese Redewendung als jemanden beim Wort nehmen verstanden, 6 als mit vollem Munde, 5 als spricht zu viel. Die Redewendung für jemand/etwas die Hand ins Feuer legen war für 39 von 45 der Befragten eindeutig klar. Die Redewendung jemand auf der Nase herumtanzen wurde von keinem der DL verstanden, einige haben sie einfach übersetzt, einige haben es mit der Redewendung jemand an der Nase herumführen verwechselt, einige haben sie mit der Bedeutung der Redewendung steckt die Nase in alles verwechselt, einige Male wird diese Redewendung mit Nerven verbunden jemanden auf die Nerven gehen. Dagegen die Redewendung jemand an der Nase herumführen war für viele DL eindeutig, da es eine dergleiche Redewendung auch in der makedonischen Sprache gibt „go vlece za nos“ – von 11 DL, einige haben sie mit der Bedeutung der Redewendung steckt die Nase in alles verwechselt- 2-fach, von 2 DL wurde diese Redewendung als jemanden den Weg zeigen verstanden, wobei der Grund dafür nicht eindeutig klar ist. Die Redewendung einen Vogel haben wurde von den makedonischen Deutschlernenden fast nicht verstanden und einerseits einfach übersetzt oder mit der makedonischen Redewendung „pileto mi kaza“ verbunden, da der Vogel auftaucht und in der Makedonischen Redewendung nach dem Vogel gesucht wurde und in der Redewendung „pileto mi kaza“ vorkommt. Einige sind einen Schritt weitergegangen und haben als Assoziation für den Vogel die Freiheit, das Fliegen und die Flügel gebracht. 7 DL haben diese Redewendung mit einem Teiläquivalent verbunden „mu letna cavkata“. Die Redewendung den Löffel abgeben wurde widerum mehrfach nur übersetzt, dann mit Schuld verbunden und einmal mit der makedonischen Redewendung „mu padna lazicata vo medot“ zu deuten versucht, was eigentlich ein Wohlstand bedeutet. Dagegen wäre das makedonische Äquivalent „gi frli cevlite“, darauf sind die DL nicht gekommen. Die Redewendung jemand die Suppe versalzen wurde von den DL mit Salz und Suppe verbunden, aber auch mit Paprika „stava piper vo sekoja mandza“ was von der Bedeutung her nicht übereinstimmt und eigentlich eine Bedeutung mischt sich überall ein versteht. Unter jemand die Suppe versalzen ist jemandem die Freude, den Erfolg verderben1 zu verstehen, was bei den Erklärungen der DL nur 5-fach vorkommt. Die Redewendung jemand auf den Arm nehmen bedeutet eigentlich jemanden necken, sich lustig machen über jemanden2, von nur 2 DL wurde die richtige Bedeutung verstanden und die anderen makedonischen DL haben versucht diese mit der Redewendung „mu davas eden prst a toj ti ja zema cela raka“, „mu podava raka“, „go cuva kako kapka na dlanka“ „nekoj da te zeme pod raka“ „mu odi od raka“, welche eine ganz andere Bedeutung haben (man gibt jemanden den Finger und er nimmt die ganze Hand, jemanden die Hand geben, er passt sehr darauf auf, wie ein Tropfen auf der Handfläche, jemanden unter die Arm greifen). Die Redewendung mit der Tür ins Haus fallen was eigentlich bedeutet ohne lange Vorrede sagen, was man auf dem Herzen hat3 die DL haben auch diese Redewendung wörtlich übersetzt, einmal kommt die Deutung vom Einfachen zum Schwierigen vor. Die Redewendung jemandem einen Bären aufbinden bedeutet jemandem etwas Unwahres erzählen, jemanden belügen, prahlen4 verstehen die DL als Felsen rücken oder jemanden zu überraschen mit der makedonischen Redewendung „meckata strav mene ne strav“. Die Redewendung den Teufel an die Wand malen wurde von einigen DL wörtlich verstanden von möglichem Unheil sprechen 5 als Unheil hervorrufen. Die Redewendung alte Zöpfe abschneiden etwas Veraltetes aufgeben6 bedeutet für einige makedonischen DL daselbe und für die anderen man soll vernüftig werden, nach dem Alten weitermachen, ein Ereignis aus der Vergangenheit vergessen. Die Redewendung die Beine in die Hand nehmen schnell laufen sich beeilen7 wurde übersetzt und deutet auf die Kontrolle der Situation, man tut alles um erfolgreich zu sein usw. aber nicht auf die richtige Bedeutung. Die Redewendung die Hosen voll haben große Angst haben8 wurde 10-fach richtig gedeutet, bei den anderen Deutungen handelt es sich um stabil zu sein, viel Geld haben usw.

Methodische Vorschläge Für Die Anwendung Der Idiomatischen Redewendungen Im DU-Beitrag Zur Interkulturellen Kompetenz Der Deutschlernenden

Als Deutschlehrerin/Deutschlehrer versucht man sich zu helfen, um einen modernen und vor allem interessanten Deutschunterricht zu gestalten. Dazu gibt es sehr viele Zusatzmaterialien, wobei man sie am richtigen Ort und Zeitpunkt wenden sollte. Ein schnell verwendbares Zusatzmaterial ist Wechselspiele Junior von Michael Dreke und Sofia Salgueiro von Langenscheidt mit fertigen Arbeitsblättern, die im Unterricht sofort anwendbar sind. Besonders hilfreich für eine Partnerarbeit mit Redewendungen sind die Arbeitsblätter 42 A und 42 B. Das Arbeitsblatt 42 A wird dem einen Partner und das Arbeitsblatt 42 B dem anderen Partner gegeben. Im Wechselspielbuch Junior Bilder & mehr werden die methodische Empfehlungen gegeben: „In dieser Übung vermitteln sich die Lernenden gegenseitig die Bedeutung von gebräuchlichen Redewendungen. Damit dies funktionieren kann, sollte vor dem Austeilen der Blätter das Vokabular aus

1 Friedrich, W., Moderne deutsche Idiomatik, 1976 Hueber S. 477 2 Friedrich, W., Moderne deutsche Idiomatik, 1976 Hueber S. 27 3 Friedrich, W., Moderne deutsche Idiomatik, 1976 Hueber S.502 4 ebenso da S. 42 5 ebenso da S. 521 6 ebenso da S. 559 7 ebenso da S. 28 8 ebenso da S. 224

den Redewendungen geklärt werden. Auf dieser Basis kann die Übung durchgeführt werden. Anschließend sollte das Vokabular aus den Erklärungen der Redewendungen, soweit noch nötig, geklärt werden.1 Die Fertigkeiten, die mit dieser Partnerarbeit geübt werden, sind: Sprechen, Lesen, Hör-Seh-Verstehen, Schreiben, Hören. Hiermit wird vor allem die interkulturelle und soziolinguistische Kompetenz entwickelt. Die Aufgabe ist folgende: Partner A liest die Bedeutung unter seinen Bildern (es gibt insgesamt 9) und Partner B soll auf seinem Arbeitsblatt die richtige Redewendung zu der vorgelesenen Bedeutung finden und vorlesen. Partner A erkennt die vorgeschlagene Redewendung an das sehr deutliche Bild, das zu der Bedeutung dargestellt ist. Diese Übung zu der Bearbeitung von Redewendungen zeigte bei den Deutschlernenden einerseits eine große Motivation und Neugier, die deutschen Redewendungen zu erfahren. Es ist empfehlenswert mit diesen AB im Unterricht oder mit anderen Redewendungen zu denen es Bilder zur Bedeutung gibt, zu arbeiten oder auch andere Übungsmaterialien zu Redewendungen aus anderen Quellen in den Deutschunterricht zu verwenden, um die Deutschlernende schon auf Niveau B1 in den deutschen Redewendungen einzuführen und damit zu den pragmatische und soziolinguistische Kompetenzen der Sprache hinzuführen.

Literaturverzeichnis

[1] Bachmann, S./Gerhold, S./Wessling, G., „Aufgaben- und Übungstypologie zum interkulturellen Lernen mit Beispielen aus Sichtwechsel-neu“ in: Zielsprache Deutsch 27 (2) 1996; S: 77-91

[2] Berger, F. S./Tschachler-Roth, E., „Das Blaue vom Himmel“, Herbig Verlagsbuchhandlung, 2003, S.11

[3] Dreke, M./Salgueiro S., Wechselspiel Junior Bilder & mehr Langenscheidt, 2004, S. 34

[4] Friedrich, W., Moderne deutsche Idiomatik, 1976 Hueber Verlag

[5] Glaboniat, M./ Müller, M./ Rusch, P./ Schmitz, H./ Wertenschlag, L., Profile deutsch, 2005, S. 10

[6] Grau, M./Würffel, N. „Übungen zur interkulutellen Kommunkation“ in: Handbuch Fremdsprachenunterricht Bausch, K.-R./ Christ, H. und Krumm, H.-J. 2003 4. Auflage A.Francke Verlag Tübingen und Basel, S.312

[7] Häusermann, U./Piepho, H.-E., Aufgaben-Handbuch Deutsch als Fremdsprache. Abriss einer Aufgaben und Übungstypologie, München, 1996

[8] Herzog, A. unter Mitwirkung von Michel, A. und Riedel, H., Idiomatische Redewendungen von A-Z, Langenscheidt, 2005, S.5

[9] Müller, B. -D., Wortschatzarbeit und Bedeutungsvermittlung, München 1994 1 Dreke, M./Salgueiro S., Wechselspiel Junior Bilder & mehr Langenscheidt, 2004, S. 34


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